Bratwurst aus Franken - überall zu finden

In Franken ist die Bratwurst nicht wegzudenken, ob man nun unterwegs ist beim Einkaufen, in einem Biergarten, auf einem Markt oder in einem Restaurant; überall ist sie zu finden.

Außen schön knusprig braun gebraten, innen saftig, lockt die Bratwurst mit ihrem unvergleichlichen Duft. Sie wird in Franken in einem knusprigen „Weggla“ (Brötchen) angeboten.

Im Restaurant bekommt man zur Bratwurst traditionell das Sauerkraut oder den Kartoffelsalat serviert. Es gibt natürlich auch etliche Varianten,  z.B. Spargel mit Bratwurst, Bratwurst im Blätterteig, panierte Bratwurst und sogar Bratwursttorten. Als weitere Beilage findet man den Senf, der aber von manchen Bratwurstpuristen abgelehnt wird. Diese schwören auf den scharfen Kren (Meerrettich).


Bratwuerste


Ursprünglich brachten die Römer die Bratwurst mit in das Grenzgebiet beim Limes, ihnen war die Bratwurst von den  Kelten her bekannt. Die Römer verzehrten bereits bei ihren Wagenrennen und Kampfveranstaltungen diese Wurst. Daraus entstand im Laufe der Zeit die klassische Fränkische Bratwurst, wie sie heute bekannt ist .

Je nach Region und Stadt ist die Bratwurst unterschiedlich, sowohl von der Größe/Länge her als auch von den Zutaten. Es gibt grobe oder feine Bratwürste, reine Schweinsbratwürste oder kombinierte Bratwürste von Schwein mit Kalb- oder Rindfleisch.

 

Verschiedene Bratwürste - je nach Region

Die kleinste Bratwurst ist die „Nürnberger Rostbratwurst“ , die mit einer EU-Richtlinie geschützt ist und somit garantiert aus der Frankenmetropole kommt. Sie  ist mit Salz, Peffer und Majoran gewürzt, besteht aus Schweinefleisch und ist nur sieben bis neun Zentimeter lang und maximal 25 g schwer (in rohem Zustand). „Drei  in einem Weggla“ werden an  jeder Bratwurstbude angeboten.

In Coburg nennt sich die Bratwurst „Coburger“, sie wird über Kiefernzapfen gegrillt und ist extra lang. Sie besteht aus Schweine- und Rindfleisch, ist daumendick und in rohem Zustand beträgt die Länge 31 cm.

In Kulmbach wird die Bratwurst in einem Anis-Brötchen serviert. Bekannt ist auch die Bratwurst als „Blauer Zipfel“ (blau gesotten, Blausud). Die Bratwurst zieht in einem Essigsud mit Zwiebelringen, Lorbeerblättern,  Nelken, Wacholderbeeren, Pfefferkörnern und Senf ca. 15 Minuten und wird dann mit den Zwiebelringen angerichtet.

Auch lange Bratwürste von einem halben Meter oder einem ganzen Meter  (Meterbratwurst) werden in Schneckenform auf Tellern mit Sauerkraut angerichtet. Dies ist in dem Winzerort Sulzfeld  zu finden, da dort vor über 50 Jahren ein Gastronom  diese Bratwurstvariante in seinem Gasthaus anbot. Zu diesem Gericht wird ein Schoppen Wein serviert.

In der Ansbacher Gegend gibt es  12 bis 18 cm lange und drei Zentimeter dicke Bratwürste. Diese Würste sind rein aus Schweinefleisch.

Die Zutaten und die Gewürze der Bratwurst variieren. Je nach Gebiet wird mit Muskat, Knoblauch, Majoran oder Ingwer gewürzt. Auch der Brätanteil ist unterschiedlich und man kann feine, mittelgrobe oder grobe Würste finden.

Geräucherte Bratwürste werden Bauernseufzer, Schlot-Engele oder Kaminteufel bezeichnet und mit deftigem Bauernbrot gegessen.

 

Nürnberg und die Bratwurst

Nürnberg gilt als das Zentrum der Fränkischen Bratwurst. Bereits aus dem Jahr 1595 ist eine Rezept-Urkunde für die Bratwurst der Nürnberger Metzgerzunft überliefert.  Im Jahr 1313 wurde zum ersten Mal die bekannte  Bratwurstküche „Zur blauen Glocke“ in Nürnberg erwähnt – diese findet man heute im Nürnberger Handwerkerhof als „Bratwurstglöcklein“.  Weitere traditionsreiche Häuser sind das „Bratwursthäusle“, das „Bratwurstherzle“ und das „Bratwurst Röslein“ in der Nürnberger Altstadt. 

Bratwurst Nuernberger

 

Ebenfalls ist in Nürnberg die wahrscheinlich älteste original erhaltene Bratwurstküche „Zum Gulden Stern“ zu finden, in der seit 1419 Bratwürste serviert werden. Das Wirtshaus wurde um 1375 erbaut und im Jahre 1419 ist es erstmals urkundlich erwähnt worden, im Jahr 1640 erhielt es die Erlaubnis zur Hausschlachtung. Bis heute werden auf der alten historischen Feuerstelle die Nürnberger Rostbratwürste gegrillt.
Historische Bratwurstküche „Zum Gulden Stern“
Zirkelschmiedsgasse 26
Tel. 0911/2059288

Eine Geschichte zeigt auch, dass den Nürnbergern seit jeher die Bratwurst wichtig war: der Patrizier und Stadtrichter Hans Stromer wurde zu lebenslanger Haft im Schuldturm verurteilt. Der einzige Wunsch des Gefangenen war, dass ihm täglich zwei Nürnberger Bratwürste serviert werden sollten. Dies gewährte man ihm – er saß 38 Jahre im Schuldturm und verzehrte somit über 27.000 Bratwürste.